Beginne bei den Zehen, wandere über Fußsohlen, Knöchel, Waden und Knie nach oben, dann Oberschenkel, Beckenboden, Bauch, Rücken, Brust, Hände, Schultern, Nacken, Kiefer, Augen, Stirn. Verweile jeweils zwei Atemzüge. Nichts muss sich ändern. Allein das freundliche Registrieren löst Spannung, macht Wärme spürbar und lädt Schwere ein, wie eine Decke, die sich von innen bildet.
Wo du Unruhe wahrnimmst, sende eine mikrofeine Botschaft: Es darf weicher werden. Lasse beim Ausatmen ein Prozent los, nicht mehr. Dieses minimale Entspannen ist nachhaltig, weil es den Reflex zum Gegenhalten umgeht. Nach einigen Stationen entsteht ein Gefühl stiller Fülle, das den Drang, das Handy zu holen, überraschend überflüssig macht.
Wenn Bilder auftauchen, begrüße sie kurz und kehre zum aktuellen Bereich zurück. Nutze Ankerwörter wie Fuß, Hand, Stirn, um sanft zu fokussieren. Kein innerer Tadel, nur Wiederbeginn. Diese Haltung trainiert genau jene Geduld, die später beim Einschlafen trägt, auch wenn draußen Weltnews locken und Aufmerksamkeit ziehen möchten.